Als ich im Februar08 mit entsetzen feststellen musste, dass meine Waage auch drei Stellen vor dem Komma anzeigen konnte und sich die letzten 10 sportlosen Jahre mit 100 Kilo an meinem Körper bemerkbar machten, musste etwas geschehen. 
 
Habe dann Mitte Februar begonnen das Auto stehen zu lassen und bin täglich, bei jedem Wetter, mit dem Rad zur Arbeit.
15 Kilometer hin und 15 Kilometer wieder zurück. 
 
Die ersten Tage waren mörderisch und der Muskelkater die Hölle, aber irgendwie machte es richtig Spaß und die Gesichter und Kommentare meiner Arbeitskollegen werde ich nie vergessen. 
Von "bist Du verrückt" bis zu "jetzt dreht er völlig durch" war so ziemlich alles zu hören.
 
Bereits Ende April wurde die tägliche Fahrt in die Arbeit zur Routine und die ersten Kilos verschwanden. Des öfteren erwischte ich mich bei dem Gedanken, wieder einmal zu laufen, was ich bis vor etwa 10Jahren regelmäßig tat.   
Gedacht, getan, ein paar Schuhe gekauft und nach kleineren Anfangsschwierigkeiten, laufe ich jetzt seit Ende April.
 
Wobei die "kleineren Anfangsschwierigkeiten" gar nicht so ohne waren, da ich mir den Wiedereinstieg ins Läuferleben etwas leichter vorgestellt hatte.
Im Glauben, dass Älterwerden hätte mich noch nicht erwischt, kaufte ich mir einfach ein paar Schuhe und lief los.
Ja, vor 15 Jahren und 25 Kilo leichter war das kein Problem und funktionierte einwandfrei, keine Wehwechen und Strecken bis hin zum Halbmarathon waren schnell erreicht.
 
Nur jetzt sah die Sache etwas anders aus und ich machte so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann. Ich kaufte mir einen sehr leichten "Saucony" Neutralschuh, der für meine  zu dem Zeitpunkt noch 93 kg Lebendgewicht, einfach der falsche Schuh war.
Zumal ich auch noch starker Überpronierer bin, was ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wusste.
 
So lief ich also los, hoch motiviert, mit den falschen Schuhen und mit einer für meine Verhältnisse sehr guten Kondition, die ja vom Radfahren kam.
Mein erster Lauf, 5 km in 32 Minuten, ich war richtig überrascht, wie gut das lief.
 
Mit jeweils einem Tag Pause, wiederholte sich das Spielchen dreimal.
5,2 km in 40 Minuten und nochmal 5,2 km in 32 Minuten.  Nebenbei fuhr ich noch täglich 30 Kilometer mit dem Rad.
 
Und dann morgends der Schock, starke Schmerzen unter beiden Knien und  geschwollene Sprunggelenke, beides machte normales Gehen so gut wie unmöglich.
Nach einer Kernspintomograhpie die Diagnose: beiseitiger Schienbeinkopfbruch.
Laut Arzt kein großes Problem, wird von selbst wieder,  nur 7-8 Wochen keinen Sport.
Naja selbst Schuld, meine Bänder, Sehnen und Knochen hatten ja nicht den Hauch einer Chance sich an die Belastungen zu gewöhnen.
 
Nach 4Wochen legte ich mir ein paar mir passende Schuhe zu und begann wieder zu laufen, ich musste ja für unseren Firmenlauf  trainieren, für den ich mich zwischenzeitlich angemeldet hatte.
Das klappte auch sehr gut und ich blieb bis heute beschwerdefrei.
 
Unser Firmenlauf war gleichzeitig auch mein erster Wettkampf und noch während des Laufes habe ich entschieden, dass sollte nicht der letzte gewesen sein.
 
 
 
Bericht folgt !